Titel verteidigt, Geschichte geschrieben: 12-mal Gold für die SG LVB in Brandenburg…
SG LVB Kanu trotzt Sturm, Regen und Zeitplan-Chaos bei den 105. Deutschen Meisterschaften…
Mit 41 Athletinnen und Athleten reiste die SG LVB Kanu vom 1. bis 6. September zu den 105. Deutschen Meisterschaften nach Brandenburg an der Havel. Vertreten waren die Altersklassen Schüler A, Jugend, Junioren und Leistungsklasse. Was uns dort erwartete, hatte allerdings nur wenig mit einer normalen Deutschen Meisterschaft zu tun.
Stürme, Regen und starker Wind bestimmten die gesamte Woche. Immer wieder mussten Rennen verschoben werden, zwischenzeitlich wurde die Regatta sogar komplett unterbrochen. Der Zeitplan wurde gefühlt täglich neu geschrieben. Für Sportler, Trainer, Kampfrichter und Organisatoren war es eine echte Herausforderung. Umso stolzer sind wir auf die Leistungen unseres Teams, das sich von den Bedingungen nicht beeindrucken ließ. Am Ende standen herausragende 12 Gold-, 17 Silber- und 6 Bronzemedaillen sowie zahlreiche weitere starke Platzierungen zu Buche.
Zu den sportlichen Höhepunkten gehörten die Rennen im C8. Sowohl unser Schüler-C8 als auch der Herren-C8 in der Leistungsklasse konnten ihre Deutschen Meistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Eine Leistung, die alles andere als selbstverständlich ist. Besonders beeindruckend: Die Herrenmannschaft gewann erneut in exakt derselben Besetzung wie im Vorjahr. Damit durfte sich das Team zum zweiten Mal in Folge auf dem Wanderpokal verewigen, auf dem die Namen aller Deutschen Meister eingraviert werden. Eine solche Serie gelang bisher lediglich dem KC Potsdam dreimal hintereinander. Noch sind wir nicht ganz dort angekommen, aber wir arbeiten weiter daran.
So groß die Freude über die vielen Medaillen auch war, für uns stand in diesem Jahr vor allem ein anderes Thema im Mittelpunkt. Erstmals wurden bei Deutschen Meisterschaften Wettbewerbe im weiblichen C4 ausgetragen. Dass diese Rennen heute selbstverständlich erscheinen, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Gemeinsam mit vielen Mitstreitern im Sächsischen Kanu-Verband haben wir uns über Jahre dafür eingesetzt, dass weibliche Canadierfahrerinnen die gleichen Möglichkeiten erhalten wie ihre männlichen Kollegen.
In Brandenburg wurde dieser Einsatz endlich belohnt.Das erste weibliche C4-Rennen der Deutschen Meisterschaftsgeschichte war das Rennen der Damen-Leistungsklasse. Ein Moment, der vielen lange in Erinnerung bleiben wird. Bei der Siegerehrung erhielt Finja als Erste ihre Medaille von DKV-Präsidentin Dajana Pefestorff. Mit den Worten: „Du bekommst sie als Erste, mit dir hat alles angefangen.“
Ein Satz, der die Bedeutung dieses Moments perfekt beschrieb. Finja schossen die Tränen in die Augen. Nicht wegen der Medaille, sondern weil dieser Augenblick zeigte, wie wichtig diese Entwicklung für die Athletinnen ist. Bereits im Mai 2025 hatte sich Finja gemeinsam mit Dajana Pefersdorf und der Gleichstellungsbeauftragten Gabriele Kohler getroffen, um über die Zukunft des weiblichen Canadiersports zu sprechen. Damals wurden Ideen entwickelt und Perspektiven aufgezeigt. Ein gutes Jahr später konnten wir in Brandenburg das Ergebnis erleben.
Und dieses Ergebnis konnte sich sehen lassen. Allein bei den Schülerinnen waren sieben reine Mädchenboote im C4 am Start. Hinzu kamen acht Boote in der offenen Klasse der Schüler A. Insgesamt standen damit 15 C4-Boote auf der Meldeliste. Vor einem Jahr wäre eine solche Zahl kaum vorstellbar gewesen. Für viele von uns war genau das das Highlight dieser Deutschen Meisterschaften. Zu sehen, wie aus einer Idee und jahrelanger Überzeugungsarbeit ein Wettbewerb entsteht, der sofort angenommen wird und Begeisterung auslöst, war mindestens genauso wertvoll wie jede Medaille.
Ohne unsere Eltern geht es nicht. Ein großes Dankeschön gilt auch wieder den vielen mitgereisten Eltern und Unterstützern. Während unsere Sportlerinnen und Sportler auf dem Wasser Höchstleistungen zeigten, sorgten sie an Land für die perfekte Versorgung des Teams. Viele nehmen extra Urlaub, um bei Deutschen Meisterschaften dabei zu sein und den Verein zu unterstützen. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und ein wichtiger Bestandteil unseres Erfolges.
Die Deutschen Meisterschaften 2026 in Brandenburg werden uns lange in Erinnerung bleiben:
- 12 Goldmedaillen, 17 Silbermedaillen und 6 Bronzemedaillen
- zahlreiche weitere Top-Platzierungen und Finalteilnahmen
- doppelte Titelverteidigung im Schüler- und Herren-C8
- die historische Premiere der weiblichen C4-Wettbewerbe
- viele emotionale Momente auf und neben dem Wasser
- außergewöhnlicher Teamgeist trotz schwierigster Bedingungen
Brandenburg war stürmisch, nass, chaotisch und manchmal verrückt. Vor allem aber war Brandenburg für die SG LVB eine Deutsche Meisterschaft voller Erfolge, Emotionen und ein Stück Canadiersport-Geschichte.
Text: Sindy Kratz
Fotos: Finja Kratz, Sindy Kratz, SG LVB, DHfK














































